Etwa kein Talent

Kennen Sie das?

Sie möchten mit dem Zeichnen anfangen, legen los – und das Bild wird nicht so, wie Sie es sich gewünscht haben? Die Proportionen stimmen nicht, oder das Bild sieht einfach irgendwie nicht gut aus?
Viele Zeichenanfänger hören hier frustriert gleich wieder auf und glauben, sie hätten kein Talent. Doch das stimmt nicht – wie bei so Vielem macht Übung den Meister, und am Anfang ist es garnicht wichtig, dass Ihre Bilder perfekt werden!
Zu viel Perfektion von jetzt auf gleich von sich selbst zu verlangen, ist nicht nur hinderlich, sondern ganz logisch betrachtet auch unsinnig. Denken Sie immer daran: um Laufen oder Sprechen zu lernen, haben Sie ungefähr drei Jahre gebraucht. Und heute sind Sie Meister darin, machen es ganz automatisch. Wenn Ihre ersten Bilder nicht gleich gelingen, tun Sie vor allem eines: glauben Sie weiter an sich! Es geht jedem Anfänger so, egal, was Sie versuchen zu lernen. Das ist kein Zeichen von mangelndem Talent. Proportionen richtig zu zeichnen kann man lernen, Farbeffekte ebenso, und letztendlich braucht es einfach nur Übung. Zeichnen hat wesentlich weniger mit Talent zu tun, als Sie glauben.

Mit ein paar einfachen Tipps wird das Anfangen gleich leichter:

  • Beginnen Sie lieber mit etwas abstrakteren Bildern. Genießen Sie Ihre Farben, testen Sie Mischungen und Farbverläufe. Das bringt jede Menge Spaß, und nebenbei lernen Sie Ihr Material ganz zwanglos kennen.
  • Versuchen Sie zu Beginn nicht, Menschen oder ähnlich Schwieriges zu zeichnen. Suchen Sie sich ganz einfache Formen – eine Frucht, ein Glas, eine schöne Flasche, oder auch nur die Wolken am Himmel.
  • Schauen Sie Ihr Motiv erst einmal gründlich an, bevor Sie loslegen. Wo befinden sich Licht und Schatten? Analysieren Sie, was Sie sehen. Welche einfachen geometrischen Formen lassen sich finden, was bewirkt das Hell-Dunkel für einen dreidimensionalen Eindruck? Eine Frucht z.B. ist ganz grundlegend meist kreisrund, eine Flasche lässt sich oft in Kreise und Vierecke „zerlegen“. Finden Sie diese Formen und zeichnen Sie erstmal nur diese aufs Papier.
  • Mit Hilfe dieser grundlegenden Formen werden Sie die Proportionen viel besser treffen, als wenn Sie mit einem Detail beginnen und versuchen, sich von dort aus „vorzumalen“. Beginnen Sie immer mit der gesamten Form, platzieren Sie diese als Erstes, und starten Sie von dort das Ausdetaillieren.
  • Fügen Sie zunächst nur wenige Details ein, gehen Sie dann einige Schritte von Ihrem Bild weg und betrachten es aus der Ferne. Gehen Sie dann zurück und verbessern Sie Schritt für Schritt, was nicht passt. Erst, wenn die Gesamtproportion einigermaßen stimmt, beschäftigen Sie sich mit den Details. Schrittweises verbessern machen auch die Profis, das ist kein Zeichen von mangelndem Talent! Eine Zeichnung einfach so „aus dem Ärmel zu schütteln“ gelingt oft erst nach jahrelanger Übung und genauer Kenntnis eines Motivs! Also entmutigen Sie sich nicht selber: Schrittchen für Schrittchen ist völlig in Ordnung.
  • Setzen Sie starke Kontraste ein – analysieren Sie die dunkelste und die hellste Stelle, und übertreiben Sie ruhig beim Hell-Dunkel! Zeichnen Sie kräftige Schatten und lassen Sie helle Stellen frei oder betonen sie mit Weiß. Selbst wenn die Vorlage weniger kontrastreich ist. Am besten, Sie beleuchten Ihr Motiv stark von einer Seite.

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Viel Spaß beim Anfangen und fröhliches Üben wünscht
Anja von Anja’s Mal einfach mit
P.S.: Schreiben Sie mir gerne einen Kommentar, wie es Ihnen bei Ihren ersten Versuchen geht oder ging!
P.P.S.: wenn Sie Lust haben, schauen Sie auf meiner Seite zum Zeichnen lernen vorbei!

One thought on “Wenn Sie glauben, Sie hätten kein Talent

  1. Auch meine ersten Bilder waren alles andere als „einfach gut“. Aber ich habe mir selbst verziehen und einfach immer weiter geübt. Noch heute nähere ich mich neuen Motiven immer „Schrittchen für Schrittchen“! Und das ist völlig OK.

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